Aktuelles in OrgValue

Stand: 15.10.2018

 

Auswertungen zu qualitativen Studien mit Entscheidungsträger*innen und Patient*innen zur patientenzentrierter Versorgung

Die Auswertungen zu den qualitativen Interviews mit Entscheidungsträger*innen zum Verständnis von patientenzentrierter Versorgung und ihrer Determinanten wurden abgeschlossen. Die Ergebnisse konnten bereits auf Kongressen vorgestellt werden.

Für den internationalen Kongress „International Conferences on Communication in Healthcare (ICCH)“ vom 1. bis 4. September in Porto, Portugal, ausgerichtet von der Association for Communication in Healthcare (EACH), wurden die Ergebnisse im Hinblick auf kommunikationsbezogene Aspekte patientenzentrierter Versorgung analysiert. Hieraus ist ein Poster entwickelt worden, welches vier Ebenen der Kommunikation abbildet, die den Patient*innen in der Versorgung umgeben und eine patientenzentrierte Versorgung fördern oder hemmen. Das Poster wurde darüber hinaus für das deutsche Publikum übersetzt und auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) vorgestellt, die vom 26. bis 28. September 2018 in der Universität Leipzig stattfand.

Darüber hinaus wurden die Interviews mit einem umfassenden Blick auf Determinanten der Implementierung mithilfe des „Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR)“ (Darmshroder et al, 2009) ausgewertet. Die Ergebnisse der Analyse wurden im Rahmen eines Vortrags in der Session „Personenzentrierte Versorgung und Patientenpräferenzen“ auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung (DKVF) präsentiert. Ein wissenschaftlicher Artikel, der die Ergebnisse zusammenfasst, wird derzeit erstellt und soll zeitnah in einer internationalen Fachzeitschrift zur Veröffentlichung eingereicht werden.

1. Poster ICCH 2018: Kira Hower, Vera Vennedey, Hendrik Hillen, Stephanie Stock, Ludwig Kuntz, Holger Pfaff, Lena Ansmann. Characteristics and determinants of patient-centered care from organizations‘ perspectives. Posterpräsentation bei der International Conference on Communication in Healthcare (ICCH), Porto, Portugal.

Die Auswertungen zu den qualitativen Interviews mit Patient*innen zum Verständnis von patientenzentrierter Versorgung und ihrer Determinanten wurden abgeschlossen. Die Interviews zeigen, dass sich die Ideen der Patient*innen in vielen Aspekten mit bestehenden Modellen von Patientenzentrierung (z.B. Scholl et al. 2014) überschneiden.
Die Ergebnisse wurden ebenso für die Erstellung eines Posters den internationalen Kongress „International Conferences on Communication in Healthcare (ICCH)“ vom 1. bis 4. September in Porto, Portugal, ausgerichtet von der Association for Communication in Healthcare (EACH), im Hinblick auf kommunikationsbezogene Aspekte patientenzentrierter Versorgung analysiert. Das Poster visualisiert die Aussagen der Patient*innen zu kommunikationsbezogene Merkmalen, die die Implementierung von patientenzentrierter Versorgung fördern oder erschweren auf drei Ebenen (Mikro-, Meso- und Makroebene) der.
Die Ergebnisse einer umfassenderen Analyse zu Merkmalen patientenzentrierter Versorgung wurden zudem im Rahmen eines Vortrags auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung (DKVF) in der Session „Personenzentrierte Versorgung und Patientenpräferenzen“ präsentiert. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung zu den Ergebnissen der Patienteninterviews wird derzeit erstellt.

2. Poster ICCH 2018: Vera Vennedey, Kira Hower, Hendrik Hillen, Lena Ansmann, Ludwig Kuntz, Stephanie Stock. What is patient-centered care as defined from the patient perspective?. Posterpräsentation bei der International Conference on Communication in Healthcare (ICCH), Porto, Portugal.

 

Quantitative Befragung von Entscheidungsträger*innen in Versorgungsorganisationen in der Stadt Köln

Auf Basis der Ergebnisse aus den qualitativen Interviews mit Entscheidungsträger*innen in Kölner Versorgungseinrichtungen sowie wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Konzepten zum Thema wird derzeit ein Fragebogen entwickelt. Der Fragebogen soll im nächsten Projektschritt-der quantitativen Befragung von Entscheidungsträger*innen in Versorgungsorganisationen in der Stadt Köln genutzt werden. Das konkrete Vorgehen in der Befragung und die Messinstrumente des Fragebogens wurden im Rahmen von Pretests mit der Zielgruppe in der Bandbreite der verschiedenen Versorgungsorganisationen im Hinblick auf Praktikabilität und Verständlichkeit geprüft. Die Überarbeitungen hierzu sind abgeschlossen, sodass die Fragebogenerhebung in Kürze starten kann.

 
Literatur:
Damschroder, L. J., Aron, D. C., Keith, R. E., Kirsh, S. R., Alexander, J. A., and Lowery, J. C. (2009). Fostering implementation of health services research findings into practice: A consolidated framework for advancing implementation science. Implementation Science, 4(1):50–65.

Scholl, I., Zill, J. M., Härter, M., and Dirmaier, J. (2014). An integrative model of patient-centeredness – A systematic review and concept analysis. PLOS ONE, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0107828.

 


Stand: 25.06.2018

Das Projekt OrgValue geht der Frage nach, welches Verständnis von patientenorientierter Versorgung aus der Perspektive von Entscheidungsträger*innen in Versorgungsorganisationen und Patient*innen in der Modellregion Köln vorliegt. Darüber hinaus werden Determinanten patientenorientierter Versorgung erfragt. Die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen im Projekt konnte erfolgreich im Journal BMJ Open als Study Protocol veröffentlicht werden. Hiermit wurde einer der ersten großen Meilensteine im Projekt erreicht.

 

Merkmale und Determinanten patientenorientierter Versorgung aus Sicht von Versorgungsorganisationen

In einem ersten Schritt wurde das Verständnis von patientenorientierter Versorgung und ihrer Determinanten durch semistrukturierte persönliche Interviews mit pflegerischen, medizinischen und betriebswirtschaftlichen Entscheidungsträger*innen (n=20) aus verschiedenen Versorgungsorganisationen in der Stadt Köln ermittelt (Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, ambulante Pflegedienste, stationäre Pflegeeinrichtungen, Hausärzt*innen, spezialisierte Versorgungseinrichtungen). Das Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR) wurde genutzt, um Dimensionen von Barrieren und Förderfaktoren von patientenorientierter Versorgung zu konzeptualisieren. Die qualitativen Interviews wurden nach inhaltsanalytischem Ansatz mit MAXQDA ausgewertet.

Die Befragten äußerten ein umfassendes Verständnis von Patientenorientierung, welches bereits etablierten Konzepten von Patientenorientierung entspricht (z.B. biopsychosoziale Betrachtung von Patient*innen, Einbezug des familiären Umfelds in die Versorgung). Vor allem Merkmale des inneren Kontexts der Versorgungsorganisationen (z.B. Mitarbeiterfürsorge, Prozessorientierung, Kontinuität der Versorgung) wurden als Schlüsseldeterminanten identifiziert, um die eingeschränkten finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen zu überwinden und die Versorgung nach den Bedarfen der Patient*innen auszurichten.

Die Ergebnisse der Interviews werden derzeit innerhalb eines Artikels finalisiert. Die Analysen dienen gleichzeitig als Grundlage zur Entwicklung eines Fragebogens für die anschließende Fragebogenerhebung. Zusätzlich wurde durch Literaturrecherchen die notwendige Grundlage für die Auswahl von Befragungsinstrumenten geschaffen. Momentan findet die Abstimmung erster validierter Instrumente sowie auch und selbst entwickelter Instrumente statt. Hierfür werden Personen aus allen Versorgungstypen für ca. 60-minütige Pretest-Interviews gesucht, die voraussichtlich im August/September 2018 stattfinden sollen.

 

Konzept von “Patientenzentrierter Versorgung” aus der Perspektive von Patient*innen

OrgValue erforscht darüber hinaus in einem zweiten Schritt die von chronisch erkrankten Patient*innen wahrgenommene Patientenzentrierung in der Versorgung. Das Ziel dieser Studie war es, mit einer diversen Gruppe von Patienten ein umfassendes Verständnis von patientenzentrierter Versorgung über alle Versorgungssettings hinweg zu erarbeiten. Beim Sampling wurde darauf geachtet, ein großes Spektrum an z.B. Erkrankungen, Alters- und Bildungsgruppen abzubilden. Die Teilnehmer wurden gebeten, positive als auch negative Erfahrungen mit ihrer gesundheitlichen Versorgung zu berichten und zu erläutern, welche Aspekte jeweils zu diesen positiven oder negativen Erfahrungen beigetragen haben. Die Auswertung der auf Tonband aufgezeichneten, transkribierten Interviews erfolgte mittels inhaltsanalytischer Datenauswertung in MAXQDA. Die Kategorien wurden deduktiv, basierend auf bestehenden Konzepten patientenzentrierter Versorgung, als auch induktiv auf Basis der Interviewtranskriptionen gebildet.

Die Ergebnisse zeigen, dass die bestehenden Konzepte von patientenzentrierter Versorgung bereits einige der von Patient*innen als wichtig erachteten Aspekte enthalten. Allerdings muss das Konzept um die Rollen verschiedener zusätzlicher Akteure erweitert werden. Dazu zählen beispielsweise Selbsthilfegruppen und Krankenkassen. Zusätzlich zu den in bestehenden Modellen betonten prozessbezogenen Qualitätsmerkmalen, stellten die Patient*innen besonders die Effektivität bzw. Ergebnisqualität von gesundheitlicher Versorgung heraus. Die Ergebnisse der Patienteninterviews lieferten viele konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung hin zu stärkerer Patientenzentrierung. Insbesondere zur Verbreitung von Informationen zu Therapieangeboten und Anlaufstellen für verschiedene gesundheitliche Probleme gab es praxisnahe Vorschläge.

 

Vorstellung von Projektergebnissen

OrgValue wird sich bei der durch CoRe-Net organisierten Veranstaltung „Auf einen Kaffee mit der Wissenschaft“ beteiligen. Hier werden die Relevanz des Forschungsziels und Ergebnisse des Projektes mittels Darstellung von Interviewzitaten veranschaulicht, in denen die Teilnehmer*innen allgegenwärtige Probleme in der Versorgung wieder finden können. Damit soll es gelingen, die Forschungsziele und erste Ergebnisse von OrgValue für das breite Publikum zugänglich zu machen.

Auch in diesem Jahr wird OrgValue auf wissenschaftlichen Kongressen vertreten sein. Es wurden Abstracts zur Präsentation der Interviewergebnisse sowohl bei Entscheidungsträger*innen als auch bei Patient*innen im Rahmen der 16. International Conference on Communication in Healthcare (ICCH) der EACH (International Association for Communication in Healthcare) angenommen. Beide Abstracts wurden auch beim 17. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung eingereicht. Zudem wurde ein Abstract zur Präsentation der Interviewergebnisse bei Entscheidungsträger*innen beim gemeinsamen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP) und Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) angenommen.

 


Stand: 27.03.2018

Bisher wurden 15 Patienten*innen zum Thema was eine optimale und damit patientenzentrierte Versorgung ausmacht, interviewt. In den ersten Auswertungen dieser Interviews zeigte sich, dass die Ideen der Patienten sich in vielen Aspekten mit bestehenden Modellen von Patientenzentrierung  überschneiden. Die Patienten hoben ganz besonders die Bedeutung einer effektiven Versorgung hervor.  Was „effektiv“ bedeutet, kann dabei für die verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich sein.  Außerdem wurde die Gestaltung der Räumlichkeiten von Versorgungseinrichtungen oder die Kommunikation mit und die Rolle der Krankenkasse, Renten- oder Sozialversicherung als Aspekt einer patientenzentrierten Versorgung eingebracht. Eine erste wissenschaftliche Veröffentlichung zu den Ergebnissen der Patienteninterviews wird derzeit erstellt.

Ebenfalls wurden bisher 23 Interviews mit Entscheidungsträger*innen geführt, unter anderem, um Förderfaktoren und Hemmnisse auf Unternehmensebene für patientenzentrierte Versorgung zu ermitteln. An einer ersten Publikation zu den Ergebnissen der Entscheider*innen-Interviews wird derzeit gearbeitet.

Das Study Protocol zur OrgValue Erhebung wurde bei BMJ Open zur Publikation angenommen und soll in Kürze online veröffentlicht werden.

 


Stand: 18.12.2017

Menschen medizinisch und sozial so zu versorgen, dass sie mit ihren Bedarfen und Präferenzen im Mittelpunkt stehen und dabei gleichzeitig die dafür aufgewendeten Ressourcen im Blick behalten – das verlangt die wertorientierte Versorgung. Im Forschungsprojekt OrgValue wollen wir untersuchen, wie Versorgungseinrichtungen in Köln die Vereinbarkeit von Patientenzentrierung und Ressourcenorientierung erleben und umsetzen. Hierzu konnten wir in einem ersten Schritt bereits 17 von ca. 20 Interviews mit Entscheidungsträger*innen verschiedener Organisationstypen führen. Dazu erklärten sich Vertreter*innen von Krankenhäusern, niedergelassenen Praxen, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Hospizen und Rehakliniken bereit. Die Rekrutierung gelang uns vor allem mithilfe der Unterstützung der Praxispartner*innen, die uns in einem gemeinsamen Treffen im Sommer 2017 wertvolle Hinweise zum Vorgehen und zur Rekrutierung geben konnten. Derzeit steht die Suche nach Teilnehmer*innen aus ambulanten psychotherapeutischen Praxen und kardiologischen fachärztlichen Praxen noch aus. Die spannenden Ergebnisse werden parallel in einer Publikation verarbeitet. Dabei wird der Frage nachgegangen, was die Umsetzung von Patientenzentrierung und wertorientierte Versorgung fördert oder hemmt. Die Ergebnisse der Interviews dienen gleichzeitig als Grundlage zur Entwicklung eines Fragebogens für die anschließende Fragebogenerhebung. OrgValue erforscht darüber hinaus die von chronisch erkrankten Patient*innen wahrgenommene Patientenzentrierung in der Versorgung. Hierzu werden momentan Teilnehmer*innen in Arztpraxen zur Durchführung von Interviews rekrutiert.

Der erste Meilenstein wurde mit dem positiven Ethikvotum der Uniklinik Köln bereits erreicht. Ein nächster Meilenstein wird mit der Publikation eines Study Protocols voraussichtlich Anfang 2018 erreicht.