Aktuelles in OrgValue

Menschen medizinisch und sozial so zu versorgen, dass sie mit ihren Bedarfen und Präferenzen im Mittelpunkt stehen und dabei gleichzeitig die dafür aufgewendeten Ressourcen im Blick behalten – das verlangt die wertorientierte Versorgung. Im Forschungsprojekt OrgValue wollen wir untersuchen, wie Versorgungseinrichtungen in Köln die Vereinbarkeit von Patientenzentrierung und Ressourcenorientierung erleben und umsetzen. Hierzu konnten wir in einem ersten Schritt bereits 17 von ca. 20 Interviews mit Entscheidungsträger*innen verschiedener Organisationstypen führen. Dazu erklärten sich Vertreter*innen von Krankenhäusern, niedergelassenen Praxen, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Hospizen und Rehakliniken bereit. Die Rekrutierung gelang uns vor allem mithilfe der Unterstützung der Praxispartner*innen, die uns in einem gemeinsamen Treffen im Sommer 2017 wertvolle Hinweise zum Vorgehen und zur Rekrutierung geben konnten. Derzeit steht die Suche nach Teilnehmer*innen aus ambulanten psychotherapeutischen Praxen und kardiologischen fachärztlichen Praxen noch aus. Die spannenden Ergebnisse werden parallel in einer Publikation verarbeitet. Dabei wird der Frage nachgegangen, was die Umsetzung von Patientenzentrierung und wertorientierte Versorgung fördert oder hemmt. Die Ergebnisse der Interviews dienen gleichzeitig als Grundlage zur Entwicklung eines Fragebogens für die anschließende Fragebogenerhebung. OrgValue erforscht darüber hinaus die von chronisch erkrankten Patient*innen wahrgenommene Patientenzentrierung in der Versorgung. Hierzu werden momentan Teilnehmer*innen in Arztpraxen zur Durchführung von Interviews rekrutiert.

Der erste Meilenstein wurde mit dem positiven Ethikvotum der Uniklinik Köln bereits erreicht. Ein nächster Meilenstein wird mit der Publikation eines Study Protocols voraussichtlich Anfang 2018 erreicht.

 

 

Erstes Update (27.03.2017)

Bisher wurden 15 Patienten*innen zum Thema was eine optimale und damit patientenzentrierte Versorgung ausmacht, interviewt. In den ersten Auswertungen dieser Interviews zeigte sich, dass die Ideen der Patienten sich in vielen Aspekten mit bestehenden Modellen von Patientenzentrierung  überschneiden. Die Patienten hoben ganz besonders die Bedeutung einer effektiven Versorgung hervor.  Was „effektiv“ bedeutet, kann dabei für die verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich sein.  Außerdem wurde die Gestaltung der Räumlichkeiten von Versorgungseinrichtungen oder die Kommunikation mit und die Rolle der Krankenkasse, Renten- oder Sozialversicherung als Aspekt einer patientenzentrierten Versorgung eingebracht. Eine erste wissenschaftliche Veröffentlichung zu den Ergebnissen der Patienteninterviews wird derzeit erstellt.

Ebenfalls wurden bisher 23 Interviews mit Entscheidungsträger*innen geführt, unter anderem, um Förderfaktoren und Hemmnisse auf Unternehmensebene für patientenzentrierte Versorgung zu ermitteln. An einer ersten Publikation zu den Ergebnissen der Entscheider*innen-Interviews wird derzeit gearbeitet.

Das Study Protocol zur OrgValue Erhebung wurde bei BMJ Open zur Publikation angenommen und soll in Kürze online veröffentlicht werden.