K-APAT

Ambulante parenterale Antibiotikatherapie in der Kölner Metropolregion

Konsortialführung:
Prof. Dr. Clara Lehmann, Prof. Gerd Fätkenheuer (Klinische Infektiologie, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln)

Konsortialpartner*innen
Prof. Holger Pfaff, Dr. Nadine Scholten
Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Universität zu Köln

Peter Ihle
PMV forschungsgruppe, Universität zu Köln

Prof. Dr. Martin Hellmich
Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik (IMSB), Universität zu Köln

Projektbeschreibung:
Einige Infektionskrankheiten erfordern eine Behandlung mit Antibiotika, die als Infusion über die Vene in den Blutkreislauf verabreicht werden müssen. In Deutschland erfolgt dies auch bei sonst gutem Gesundheitszustand meist stationär im Krankenhaus. Im Gegensatz dazu verabreichen sich Patient*innen bei der ambulanten parenteralen Antibiotikatherapie (APAT) die Infusionen selbstständig zu Hause. So können die Patient*innen in der vertrauten Umgebung bleiben, ihren Alltag wie gewohnt leben und nosokomiale Infektionen können vermieden werden. Während die APAT in vielen Ländern bereits zum Versorgungsstandard gehört, wird sie in Deutschland trotz der Vorteile bisher nur selten durchgeführt.

In diesem Projekt sollen die Durchführung und Praktikabilität einer APAT systematisch überprüft werden – und zwar modellhaft am Beispiel der Kölner Metropolregion.

Methoden:

Arbeitspaket 1:

  • Proof-of-Concept:
    Im Rahmen der Studie werden Patient*innen mit einer Infektion durch eine APAT versorgt und beobachtet. Dabei werden demographische, medizinische und Behandlungsdaten erfasst.
  • Patientenseitige Evaluation:
    Quantitativ: Die eingeschlossenen Patient*innen werden mit Fragebögen quantitativ zu drei Zeitpunkten zu ihren Erwartungen, der Handhabung und ihrer Zufriedenheit mit der APAT befragt.
    Qualitativ: Im Nachgang an die Befragung werden mit einigen Patient*innen vertiefend qualitative Interviews geführt.
  • Versorgerseitige Evaluation:
    Qualitativ: Zur Identifizierung arztseitiger Einflussfaktoren werden je zwei Fokusgruppen mit Niedergelassenen (n=8) und Klinikärzt*innen (n=8) durchgeführt.

Arbeitspaket 2:

  • Befragungsstudie:
    Da den Hausärzt*innen bei der APAT eine wichtige Rolle zukommt, soll ihre gegenwärtige Einstellung zu der Therapieform erfasst werden. Dazu erfolgt eine quantitative Befragung, in der über die APAT informiert wird und mögliche Implementierungshürden aus Sicht der Hausärzt*innen eruiert werden sollen.

Arbeitspaket 3:

  • Sekundärdatenanalyse:
    Um die aktuelle Versorgungssituation und Relevanz der APAT zu untersuchen, werden Daten von Versicherten aus der Kölner Metropolregion über die CoRe-Net Datenbank unter medizinischen, epidemiologischen und ökonomischen Gesichtspunkten analysiert.

Im Erfolgsfall soll das Projekt helfen, das Potential der APAT für Deutschland zu identifizieren. Lassen sich in der Kölner Metropolregion positive Effekte wie auch die Machbarkeit zeigen, könnte die APAT für bestimmte Patient*innen eine wichtige Therapieoption mit vielen Vorteilen werden. Die Erkenntnisse aus dieser Studie sowie entwickelte Konzepte und Strukturen können später bundesweit übertragen werden.

 

Förderkennzeichen: 01VSF18036